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Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

07 November 2013
Mirena

Im letzten Blog habe ich Euch berichtet, wie das Trainingslager in Übersee begonnen hat. In Ushuaia konzentrierten wir uns hauptsächlich auf die Technik, sprich auf den Riesenslalom. In La Parva (Chile) fuhren wir oft Gleitkurven und trainierten auf der anspruchsvollen Abfahrtspiste. Es lief mir sehr gut und konnte täglich Fortschritte feststellen. Es machte richtig Spass!! Bis auf den letzten Tag: Am 8. September stürzte ich im Riesenslalom schwer. Ich fiel mit voller Wucht vorne raus auf die Schulter und das Gesicht. Ich realisierte noch während des Sturzes, dass mit der Achsel etwas nicht stimmte. Der Schweizer Teamarzt und unsere Physiotherapeutinnen leisteten sofort Erste Hilfe. Nach einem langen hin und her klappte es dann doch noch und ich wurde ins Spital nach Santiago geflogen. Dort wurde mir nach unendlich langen zwei Stunden die Schulter wieder eingerenkt. Wegen der Hirnerschütterung verbrachte ich eine Nacht zur Beobachtung im modernen Spital.

Am nächsten Tag flog ich mit meinen Teamkolleginnen zurück in die Schweiz. Dort wurde ich direkt von Walter Frey empfangen. Er organisierte, dass in der Klinik Balgrist umgehend alles bestens untersucht wurde. Es stellte sich heraus, dass kein operativer Eingriff nötig war. So besuchte ich täglich die Physiotherapie in Appenzell. Die Therapie war für meine angeschlagene Schulter erfolgreich, leider jedoch erholte sich das taube Gefühl im ganzen rechten Arm nicht.

Bei einer weiteren Untersuchung fand der Neurologe einen Nerv im Arm, der sehr stark beschädigt war. Das positive ist, dass sich das gesamte Nervensystem in meinem Arm wieder erholen sollte. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass diese Diagnose mir ein Lächeln auf meine Lippen zauberte und mir ein grosser Stein vom Herzen fiel. Ehrlich gesagt auch einige Tränen, war ich doch voll und ganz davon überzeugt, dass ich diese Saison Skirennen bestreiten werde. Leider schüttelte der Doktor nur den Kopf. Bekanntlich brauchen die Nerven viele starke Nerven!! Und viiiiel Geduld.

Ich bin nun die vierte Woche in der Rehabilitation im Balgrist. Jeden Tag arbeite ich hart an meinem Comeback, habe diverse Therapien bei Spezialisten. Dazu trainiere ich täglich meine Physis, dass ich konditionell mein Leistungsniveau halten kann. Es macht mir grosse Freude, wenn ich Fortschritte sehe, auch wenn diese "nur" sehr winzig sind. Zum Beispiel kann ich im Moment gewisse Muskeln ansteuern. So sehe ich, dass sich was tut in meinem Arm. Ich bin voller Zuversicht, dass ich nächstens meinen Arm ein wenig bewegen kann. Die Schulter ist von Tag zu Tag beweglicher und mobiler - sie ist im Fahrplan.

Wie ihr seht, setze ich alles daran, dass ich möglichst bald wieder gesund bin und auf meinen Skiern stehen kann!!!

Nun wünsche ich Euch noch einige schöne Herbsttage und einen guten Winteranfang. Macht für mich auch ein paar Kurven auf der Piste!!!;-))

Eure Mirena

Rehabilitation in Balgrist

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