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Der lange Weg zum Comeback!

16 Februar 2014
Mirena
Hallo meine lieben Fans

Ihr fragt euch sicher, wie es mir geht? Voller Freude darf ich sagen: Viel besser, denn ich kann meinen Arm wieder bewegen!!!

In den vergangen Monaten ist sehr viel gelaufen. Es war eine harte Erfahrung, den Arm, den Ellbogen, das Handgelenk und die Finger nicht mehr bewegen zu können.  Jegliche Muskeln verschwanden, mein Arm bestand nur noch aus Haut und Knochen.

Jeden Tag arbeitete ich hart und stellte mir die Bewegungen des Armes vor. Wochenlang spürte ich nichts, gar kein Gefühl im Arm bis in die Finger.  Es war frustrierend und auch beängstigend. Bis an jenem Tag,  an dem ich in der Wassertherapie erschrak, als ich eine kleine Bewegung des Armes sah.  Von diesem Moment an konnte ich meine Muskeln immer besser ansteuern,  auch wenn die Fortschritte von Tag zu Tag sehr bescheiden waren.  Glücklicherweise kehrte mit den kleinen Erfolgen die Zuversicht zurück. Wöchentlich, zum Teil gar täglich wurde ich vom  Neurologen im Balgrist untersucht. Jedes mal war es ein banger Moment, manchmal hatte ich einige Schweissperlen auf meiner Stirn. Das vorletzte Mal, als ich ihm beim Begrüssen die Hand gab, war er sehr erstaunt. Er rechnete nicht damit, dass ich in relativ kurzer Zeit solche Fortschritte machte.  Vor einem Monat habe ich mit dem Kraftaufbau für den Oberkörper begonnen. Die meisten Übungen konnte ich «nur» mit Eigengewicht machen, d.h. ohne Hanteln und Maschinen. Es ist kaum vorstellbar, aber die volle Wahrheit: Ich konnte nicht einmal eine Flasche heben.  Mit viel Geduld mache ich täglich Fortschritte, dass man mir heutzutage im Alltag nichts mehr anmerkt. Jedoch tönt das Geigen- und Hackbrettspiel noch nicht perfekt. Die Feinmotorik fehlt noch etwas. Zweimal pro Woche gehe ich in Zürich in die Therapie.

Mit dieser Verletzung habe ich auch sehr viel gelernt. Ein Aspekt ist sicherlich die Geduld.  Es gibt noch keinen festgelegten Zeitpunkt, wann ich wieder auf den Skiern stehen werde. Der Verlauf einer Nervenverletzung macht eine Prognose sehr schwierig. Das Wichtigste für mich ist jetzt, dass ich auf meinen Körper höre und von Tag zu Tag plane.

Nun sind schon fünf Monate vergangen und ich wurde sehr oft gefragt, ob es mir nie langweilig wurde. Nein, ganz im Gegenteil. Wie schon gesagt, hatte ich fast jeden Tag Therapien und Training. Zusätzlich nutzte ich die Zeit auch für Sachen, die ich als Profisportlerin sonst nicht machen konnte. So zum Beispiel machte ich Trainererfahrungen, besuchte zum ersten Mal ein Weltcuprennen als Zuschauerin und erstellte ein Fotoalbum  «antiker Fotos» :-).

Vor einer Woche entschloss ich mich, dass ich ab nächster Woche einen vier wöchigen Sprachaufenthalt in Italien machen werde. Morgens besuche ich die Schule und am Nachmittag habe ich Zeit für das Training und die Therapie. Ich freue mich sehr auf diese Erfahrung.

Danach hoffe ich fest, dass ich bald wieder mit dem Skifahren beginnen kann. Sehr vorsichtig war ich ab und zu mit den Tourenski unterwegs, es gibt doch nichts schöneres als die kühle, weisse Unterlage :-)!

Arrivederci!!

Tanti saluti

Mirena

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